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God told me to

Die Videoreihe "God told me to" wurde wurde im Hannover Kunstverein 2000 zum ersten Mal dem Publikum gezeigt.

Pressetext

Part I-V
Anne Maier über Robert Praxton und seine Arbeit
DU SOLLST DIR EIN BILDNIS MACHEN

Über Part Two: Performance of Obligation
Über Part Three: Robert Praxton: If the Devil could talk
Über Part Four: Reincarnation
Über Part Five: In Cooperation

Robert Praxton liebt es als die Quadratur des Kreises zu erscheinen. Er ist anmassend, böse, nimmt keine Rücksichten auf ästhetische Formen, weder in der Kunst noch im Leben. Robert Praxton ist keiner dieser netten, angenehmen Künstler, mit denen man sich so gerne gemein macht, die man gerne an seinen Tisch zur angeregten Unterhaltung bittet. Praxton widerspricht dem angelsächsischen Prinzip der Höflichkeit mit einer solchen Penetranz, dass er geradezu zwangsläufig als wohlerzogener Renegat der Upper Class erkannt wird. Praxtons Geläufigkeit im Umgang mit dem unverfrorenen Unverschämten könnte ihn leicht zu einer fiktiven Person werden lassen, sprächen die Bilder in den authentischen Videos nicht eine andere, eindeutige Sprache. Praxtons Habitus wird in den biographisch angelegten Interview-Sequenzen durch das Objektiv der Kamera freigelegt; wie unter dem Brennspiegel eines Mikroskops lassen sich Minenspiel und Körpersprache analysieren. Dabei entpuppt sich der Medienprofi als geübter Lügner oder heillos romantischer Dilettant, der die Wahrheit als eine teure Angelegenheit verkauft. Er lässt uns im Glauben etwas zu sehen, von dem wir wissen, das wir es nicht sehen. Der Betrachter resp. das Objektiv der Kamera als unbestechlicher Partner soll mit der Fiktion einen Pakt schliessen, und die gemeine Lüge des gemeinen Alltags als das erkennen, was sie ist: Fiktion, Vorstellung, Liebe.

"If the Devil would talk" erinnert an den legendären Comic aus den 50er Jahren, dessen inszenierte Wirklichkeiten so anmassend waren, dass sie die Zensur in den USA auf den Plan rief. Nicht so im Falle Praxton. Praxton ist keine teuflische Angelegenheit, Praxton fordert sein Publikum heraus, durch den Schnitt Wirklichkeit, einen Hauch von Realität herzustellen. Durch die absolute Scriptgenauigkeit, die Praxton als einen Schüler europäisch-stämmiger amerikanischer Filmregisseure dechiffrieren, findet er im Sinne Hegels die Freiheit, die Einsicht in die Notwendigkeit bedingen.

Den Zwang zur Einsicht in die Notwendigkeit der frühen Jahre - noch lange nicht als Freiheit sondern als realer Zwang von den meisten erlebt - zeigt sich im zweiten Teil der Videoreihe. "Performance of Obligation" reiht in einer improvisierten Situation Kinder, die sich im Lesen versuchen oder zum Vorlesen angeregt werden auf. Im Moment der Entzauberung werden die Kleinen eingefangen, wenn der Ernst des Lebens sich auf den (noch) unschuldigen Gesichtern spiegelt. Gemeiner Alltag, Liebe, Verlust der Unschuld und Beliebigkeit des Alltäglichen.

Oder eine Vorstellung von Liebe, die "Part Five: In Cooperation" suggeriert. Pornographie erscheint als Attribut des Alltags, einer Variante von Zapperglück und Surfernervosität.

Vor der "Reincarnation" steht ein Mann, vielleicht Praxton, vielleicht sein Doppelgänger, vielleicht ein Pics-Alias, auf einer Terrasse. Nebel zieht auf, im Nebel verschwindet er, der Nebel lichtet sich, Sonnenstrahlen durchbrechen das Nichts, der Himmel klärt auf, Praxton oder er oder ein anderer oder doch er sind wieder da.

Der amerikanische Comedy-Star Jim Carey spielt in dem Film "Der Mondmann" den Komiker, Witzereisser und Phantasten Andy Kaufman. Kaufman ging in die Mediengeschichte als eines dieser Phänomene ein, von denen man nie genau wusste, ob sie existieren oder nicht oder ob sie noch leben, noch unter uns sind oder nicht. Kaufman schien das Drehbuch zu seinem Leben selbst geschrieben zu haben, eine Fiktion, die er so weit trieb, bis sich die Realität von der Fiktion nicht mehr trennen liessen. Praxton ist nicht Kaufman. Was bleibt, ist die Vermutung, Praxton wäre gerne Kaufman.

© Anne Maier 2002

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Arbeitsproben


• Printmedien-Gestaltung
• Geschäftsausstattungen
• Logo-Design und Signets
• PowerPoint-
Präsentationen
• Website-Konzeption
und Webdesign
• Multimedia-Applikationen
(z.B. DVD, CD-ROM)
• Flash-Design
• Videoinstallationen
• Schulungen

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