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Videoinstallationen
The Accepted Opinion
Die Videoinstalltion wurde während des Kuntausstellung
UEBERGRIFFE im Maximiliansforum in München 2000
zum ersten Mal gezeigt:

Pressetext
Für seine Arbeit "The Accepted Opinion"
hat Björn Hausner mit allen am Projekt beteiligten
Künstlern ein persönliches Interview geführt
und per Video aufgezeichnet. Jedes dieser Interviews
wird separat auf einem Monitor gezeigt und so präsentiert,
dass in der Installation alle Videos gleichzeitig laufen.
Bei den Antworten auf allgemeine Fragen zur eigenen
künstlerischen Position, zur Bewertung der Rolle
der Kunst in der Gesellschaft, zur Ideenentwicklung
etc. sowie zum geplanten Ausstellungsbeitrag, wurde
deutlich, dass die Aussagen der jeweiligen Künstler
sehr ähnlich oder bisweilen nahezu identisch sind
und dadurch eine gewisse Beliebigkeit und Austauschbarkeit
aufweisen, positiv gesprochen aber auch Gemeinsamkeit
bezeugen.
In Folge hat Hausner den Originalton ausgeblendet und
die Äußerungen mit seiner eigene Stimme synchronisiert,
ohne aber die Inhalte zu verändern. Für den
Betrachter ist allein aus der Anschauung nun nicht mehr
ersichtlich, wessen Meinung in dem jeweiligen Interview
eigentlich zum Ausdruck kommt: Die tatsächlich
geäußerte des jeweiligen Künstlers,
die von Björn Hausner, die er seinen Interviewpartnern
gegebenenfalls vorgegeben hat, oder eine erdachte, fiktive
Meinung.
Die personenbezogenen Statements der einzelnen Künstler
werden damit zugunsten eher allgemein gültiger
künstlerischer Standpunkte aufgegeben. Der Anspruch
auf Individualität und Ausschließlichkeit
im künstlerischen Denken ist zugunsten einer Vereinheitlichung
mit der Synchronisation gelöscht und somit in Frage
gestellt. Gleichzeitig wird aber auch durch die Inszenierung
ein Zusammenschluss, eine Zugehörigkeit zu einer
Gruppe, nämlich zur Gemeinschaft der Künstler
zum Ausdruck gebracht.
Die
Idee für die Videoinstallation "The Accepted
Opinion", in der die Darstellung der Meinungen
und Gedanken der am Projekt beteiligten Künstler
das eigentliche Thema ist, entwickelte sich während
der zahlreich geführten Diskussionen über
die Inhalte des gemeinsamen Ausstellungsvorhabens. Der
"Übergriff" entspricht in diesem Projekt
einem Angriff auf die Authentizität des einzelnen
Künstlers und dessen Meinung, die durch die Verfremdung
der Stimme zerstört wird. Hinzu kommt der Aspekt,
dass die Interviews vor der eigentlichen Realisierung
der einzelnen Ausstellungsbeiträge geführt
wurden und damit im Vorfeld eine Beschreibung der Arbeiten
liefern. Die Interviews zeugen damit auch vom Wandel,
der Entwicklung und Neuorientierung der künstlerischen
Standpunkte in Bezug auf den Beitrag zur Ausstellung
UEBERGRIFFE.
© 2002 Birgit Albers
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